Update: Sie fangen an zu graben

Heute 24.6.2015 scheint es irgendwie los zu gehen. Die erste Sichtung der vermeintlichen Bauarbeiter geschah gegen 9.00 Uhr.  Der erste Kontakt kam dann gegen 10 Uhr zustanden. Auf die Frage an die Personen die sich im Garten befanden, ob sie hier gerade ein Beet anlegen würden, war die Antwort, dass die Grabung im Auftrag des Statikers für das neu entstehende Gebäude auf diesem Grundstück diene. Es würde geprüft, wie das Fundament gestaltet werden muss, bei diesem Untergrund. Zu Beginn der Situation befanden sich 3 Personen auf dem Gelände, der Älteste von ihnen, der nicht danach aussah als ob er hier im Dreck wühlen möchte, verließ fluchtartig das Gelände als die Frage nach dem Vorhaben hier gestellt wurde. Der mit den Grabungsarbeiten beschäftigte belehrte direkt „dass hier gar keine Blümchen gepflanzt zu werden brauchen, da hier demnächst eine Baustelle entsteht“. „Der ganze Kram kommt hier in Kürze sowieso weg!“ Auf den Hinweis, dass hier ein Schild mit einer Emailadresse hänge, welches die Leute die den Garten aufgebaut haben, um mit dem Eigentümer in Kontakt zu kommen – war seine Aussage nur , dass dieser sich bestimmt nicht melden würde. Der Bauzaun fungiert mittlerweile als Parkplatz der Menschen die auf der Baustelle arbeiten müssen. Auch derjenige der dort gegraben hat, hatte sein Auto dort abgestellt und den Bauzaunparkplatz danach wieder durch Schrauben verschlossen.

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Update: Kaffeekränzchen vor dem Garten

Nachdem  am Sonntag (!), 21.06. um 10.00 Uhr Bauzäune auf dem Straßenabschnitt vor dem Garten abgeladen und aufgebaut worden waren, trafen sich am Montag morgen ab 6:30 Uhr Nachbarn zu einem Frühstück vor dem Garten, um zu sehen, wer die Baustelle wohl angemeldet haben könnte und um endlich in Kontakt mit dem Eigentümer zu treten. Obwohl auf den Absperrschildern stand, dass ab 7.00 Uhr gesperrt sein sollte, fand sich kein Bautrupp ein.

Kurz vor 10 Uhr, ungefähr 30 Minuten nachdem sich das Steuerberatungs- und Rechtsanwaltsbüro in der Rosenthaler Str. 9 mit Leben füllte, kamen zwei Streifenwagen der Polizei, um die „unberechtigte Sondernutzung des Bürgersteigs“ zu unterbinden. Es gab dem Vernehmen nach einen Anruf auf der Wache. Die Besetzung des einen Streifenwagens sprach mit uns, die anderen Polizeikräfte suchten Kontakt zum Büro in der Hausnummer 9 und kamen erst später zu unserem Frühstück.
Wer sich durch unsere Anwesenheit vor dem Garten gestört fühlte, wollte uns die Ordnungsmacht natürlich nicht verraten. So blieb uns auch diesmal leider verborgen, wer immer wieder die Polizei auf den Plan ruft.

Amüsant war jedenfalls, dass die Meinungen der beiden Streifenwagenbesatzungen doch weit auseinander lagen. Die reichten nämlich von (a) es ist kein eingefriedetes Gelände, darum ist es kein Problem wenn sich Leute darauf aufhalten, bis (b) das ist ein Privatgelände und darauf hätte niemand was verloren.

Gegen Nachmittag wurden dann noch Zettel für den Eigentümer hinterlassen, die ihn dazu ermuntern mit uns per E-Mail in Kontakt zu treten, statt wie am 8.6. wieder alles zu zerstören. Mal schauen ob der Eigentümer auch nur ein wenig auf seine Außenwirkung achtet.

PS.: Nach der Zerstörung des Gartens erholen sich die verbliebenen Pflanzen durch den andauernden Regen in den letzten Tagen langsam wieder…

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Update: Parkverbotsschilder vor dem Garten

Direkt vor dem Nachbarschaftsgarten ist für Montag morgen ab 7 Uhr ein Halteverbot eingerichtet. Sehr neugiereige Leute könnten ja auf die Idee kommen mal zu schauen wer da anrückt…

 

 

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Von der Idee zum lebendigen Ort

Die Anfangs-Situation

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Eine Brachfläche zwischen Häuserschluchten, auf der sich täglich mehr Müll sammelt, zerbrochene Flaschen, unangenehmer Geruch – ein Ort, der als Toilette genutzt und ansonsten von vielen gemieden wird.
Vor dem Bau des benachbarten Hotels und des schwarzen Büro- und Wohnhauses wurde das Gelände von verschiedenen Projekten genutzt. Seit den Baustellen lag die letzte Freifläche in der Nachbarschaft erstmals seit dem Mauerfall ungenutzt brach.
Einige Leute aus der Spandauer Vorstadt fragten sich, wie lange das so bleiben soll.
Schon im vergangenen Winter wurde sich ausgetauscht, geplant, rumgesponnen und philosophiert wie sich hier was Neues entwickeln kann.
Und dann stand der Entschluss fest: Das soll auf keinen Fall so bleiben wie es ist! Wir gründen einen Nachbarschaftsgarten!

Die Vision

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Eine blühende, lebendige Oase, die Alle einlädt.
In selbstgebauten Hochbeeten sprießen kleine selbst gezogene Gemüsepflänzchen.

In Paletten, Eimern und Kübeln blühen verschiedenfarbige Blumen.
Während im Sandkasten gebuddelt wird, spielen andere Ball oder sitzen gemütlich rum.
Klar war, dass das niemand alleine schaffen wird – das geht nur wenn wir uns zusammen tun und gemeinschaftlich das Gartenprojekt vorantreiben.

So wurde in den nächsten Wochen Bauholz, Schrauben und anderes Material organisiert; viele Pflanzen in verschiedenen Wohnzimmern vorgezogen, ein ganzer Laster voll Mutterboden und Grünschnitt für die Hochbeete herangeschafft. Immer wieder wurden Treffen abgehalten, mit weiteren Leuten aus der Gegend gesprochen und auch in dieser Phase schon viel zusammen gelacht, sich kennengelernt und eine schöne Zeit verbracht.

 

Die Umsetzung

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Am letzten Wochenende im Mai sollte es losgehen.
Um die Mittagszeit trafen wir uns mit allen Materialien und dem nötigen Werkzeug und legten los: Als erstes musste der Müll eingesammelt und entsorgt werden. Danach gestalteten wir unseren Nachbarschaftsgarten: Beete, Bänke, Kompost, ein Regal für Jungpflanzen, Wassertonne, Blumenkästen und vieles mehr wurde zusammengebaut und auf dem Gelände arrangiert.

Bereits am ersten Abend war deutlich zu sehen: Auf der ehemaligen Brache ist ein Nachbarschaftsgarten entstanden.
Am nächsten Sonntag war ein gemeinsames Kaffee trinken angekündigt. Viele Leute kamen im Laufe des Nachmittags vorbei, die meisten brachten Kuchen oder Getränke mit und der Zuspruch war enorm.

Hier wurde ein ganz besonderer Ort erschaffen

Ein Nachbarschaftsgarten an dem unterschiedliche Menschen zusammenkommen können, um zu reden, zu entspannen, um neue Sachen zu bauen oder zu gärtnern. Und da gibt und gab es ne Menge zu tun – vom Gießen, Umtopfen, Beete bauen bis zur Ernte. Und dabei findet nicht nur ein Austausch über Pflanzenkenntnisse statt, sondern es werden auch Neuigkeiten aus der Nachbarschaft ausgetauscht, gemeinsame Ideen und Wünsche besprochen sowie Meinungen über soziale und politische Fragen.

Es sind nicht nur Pflanzen, die im Nachbarschaftsgarten „Kleines Rosenthal“ sprießen…

Die Zerstörung

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Nachdem der Nachbarschaftsgarten Kleines Rosenthal in der ersten Woche immer weiter aufgebaut und entwickelt wurde, hatte sich anscheinend irgendwer daran gestört.
In einer Nacht- und Nebelaktion wurde am Montag morgen, dem 8.6. zwischen 5 Uhr und 7:45 Uhr alles demontiert, teilweise zerstört und in eine Ecke verfrachtet.
Am Eingang war ein provisorischer Bauzaun mit dem Hinweis aufgestellt, dass hier in den nächsten Wochen ein Mietshaus mit dringend benötigten Wohnungen errichtet werden muss. Nach all den Jahren des Stillstandes und keinerlei wahrnehmbaren bauvorbereitenden Maßnahmen, wie Vermessungen oder Altlastenuntersuchung des Bodens, scheint diese Aussage mehr als fragwürdig.
Denn wer diese Gegend nur ein wenig näher kennt, dem schwant sofort das Schlimmste…

 

Wiederaufbau?

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Nach einer Woche Ruhe und Kräfte sammeln wurde begonnen alles wieder aufzubauen.
Trotz verschiedenster Versuche haben wir bis heute keinen Kontakt zum Eigentümer der Fläche herstellen können.
Für Behörden, wie dem Grundbuchamt wiegen die Interessen der Nachbarschaft nicht schwer genug, um uns eine Auskunft zu erteilen. Ein gewisser Herr Reimann soll der Eigentümer des Grundstückes Kleine Rosenthaler Straße 10 sein. Mehr ist nicht zu erfahren, obwohl die Nachbarschaftsgarten-Gruppe durchaus bereit ist über die Nutzung des Geländes zu reden.
Die Zentrale Frage ist: Wer hat denn was gegen den Garten und mag eine vermüllte Brachfläche lieber als eine Gemeinschaftsfläche?

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Herzlich Willkommen

Hallo allerseits,

schön, dass ihr den Weg auf unseren Blog gefunden habt.

Diese Website soll als schwarzes Brett dienen um zu dokumentieren was sich die letzten Wochen um die ehemals vermüllte Brachfläche in der Kleinen Rosenthaler Straße 10  zugetragen hat und wie wir zusammen eine Perspektive entwickeln.

Das wird aber noch ein paar Tage dauern, da die letzte Zeit ja durchaus ereignisreich war.

Hier kann sich auch ausgetauscht werden – nutzt dazu einfach die Kommentar-Funktion.
Schickt Infos, die weniger für die Öffentlichkeit geeignet sind bitte an unsere E-Mail Adresse: nachbarschaftsgarten-kleines-rosenthal@riseup.net

Das nächste Treffen findet am Donnerstag, 18. Juni 2015 um 19 Uhr vor oder im Nachbarschaftsgarten statt.

Dazu sind alle Interessierten eingeladen.
Kommt dazu – Es gibt viel zu besprechen…

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